Artikelnummer: 978-3-943288-07-0

Ratlos - Email an meine Tochter

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Inhalt:

Aus der Sicht des Mannes werden eine gescheiterte Ehe und deren Folgen erzählt.
Stefan Graf, ernst, bodenständig und eher der traditionelle Typ, ist ein einzelgängerischer Schwärmer. Wonach er im Leben sucht, ist mit einfachen Worten erklärt: Er wünscht sich eine Frau, die mit ihm in allen Dingen des Lebens auf Augenhöhe ist, und er möchte eine Familie gründen. Durch Zufall begegnet er Cornelia. Aus dieser Begegnung heraus wird Katja geboren und für Graf geht damit ein Traum in Erfüllung.

Doch was mit Liebe und einer vielversprechenden Heirat beginnt, endet im Fiasko. Nach nicht mal zwei Jahren wird die Ehe geschieden, denn die Auffassungen von einer glücklichen Familie weichen zu stark voneinander ab. Was folgt, ähnelt einem Rosenkrieg.

Stefan Graf hat große Mühe sich damit abzufinden, dass seine Exfrau ihm nach der Scheidung mehr und mehr den Kontakt zu seiner Tochter kürzt, bis es fast kein Berührungsmoment zwischen Vater und Tochter mehr gibt. Hilflos steht er dem Phänomen der totalen Entfremdung zwischen ihm und seinem Kind gegenüber. Er zeigt Krallen, wehrt sich gegen die Dominanz seiner Exfrau und gegen eine Gesellschaft, die ihn, zumindest in der Gedankenwelt und in den Augen seiner Tochter, zum Buhmann und zum Schurken deklarieren will.

Doch bis in die letzten Instanzen geht er aus Rücksicht auf seine Tochter Katja nicht. Im Gegenteil. Um den Schaden, der seiner Tochter von Mutter und Vater zugefügt wird, zu begrenzen, beschließt er, seinen Kampf zu beenden, um völlig wehrlos zu lieben.

 

Leseprobe:

[...] Als der Mann, dem ich im Buch den Namen Stefan Graf gegeben habe, Anfang 2012 bei mir anrief, um mir sein Anliegen zu unterbreiten, musste ich schmunzeln. Er jedoch blieb hartnäckig, klingelte die Woche darauf an meiner Haustür. Er fragte mich unverblümt, ob ich seine Geschichte schreiben wolle. Ohne überhaupt zu wissen, um was es ging, verneinte ich. Doch irgendetwas lief schief. Unaufgefordert und mit fahriger Stimme begann der Mann zu erzählen und als er seine Geschichte beendet hatte, war ich atemlos. Mir standen Tränen in den Augen. Ich legte all meine vorherigen Pläne auf Eis und sagte zu. Er hatte es geschafft, mich tief zu berühren, hatte mir einen Spiegel vors Gesicht gehalten – so verblüffend ähnlich, im Schmerz und im Glück, waren unsere Erfahrungen mit einer gescheiterten Ehe und mit der Trennung von einem Kind, das man über alles liebte. Doch in diesem Spiegel sah ich auch eine Gesellschaft – unsere Gesellschaft – die, so finde ich, in zwei Lager gespalten ist. Die einen tun sich schwer, in Sachen Familie zu den Anfängen, zu den Fundamenten zu stehen. Die anderen haben nicht den Mut, von alten Ansichten, von Gewohnheiten und Bräuchen abzurücken. Das heißt: Aufbruch zu neuen Ufern für die einen, auf der Stelle treten oder gar zurück in die Steinzeit für andere! [...] Erst nach und nach wurde mir klar, dass ich damit wohl auch stellvertretend für eine Tausendschaft von Männern schrieb! Ich schrieb aus der Sicht eines Mannes und dies für Männer, die ähnliches erlebten. Es soll Mut machen.

[...]

Da meine Exfrau Conny, die sich inzwischen selbstständig gemacht hatte und sehr gut verdiente, leider an den Wochenenden meist nicht da war, holte ich also Katja oft von ihren Großeltern ab. Und hier begegnete ich einem Phänomen, das mich äußerlich zwar kalt ließ, dass mir aber – vor allem für Katja, die dies ja alles mitbekam – tief in der Seele leid tat.

Meine ehemaligen Schwiegereltern, für die ich auf Mallorca so ziemlich der Prinz von Zamunda gewesen war, der alles bekommen hatte, wonach ihm der Sinn stand, ließen mich jetzt jedes Mal wie einen unerwünschten Fremden zwischen Tür und Angel stehen, während Katja routinemäßig ins obere Stockwerk sprang, um ihren kleinen Koffer zu holen. Man lud mich (nur so etwa eine Ausnahme im Jahr bestätigt diese Regel) nie auf eine Tasse Kaffee ein – und wenn doch, dann nur halbherzig.

Misfits!
Nicht gesellschaftsfähig!
Persona non grata!

Als man mich dann irgendwann mal einlud hereinzukommen, lehnte ich ab. Auch ich hatte meinen Stolz! Die Anzeichen für Halbherzigkeiten – dieses Zögern, die Tür nur einen Spalt zu öffnen, das peinliche Lächeln und der Blick, der sagen wollte: „Hier gibt es nichts umsonst“ – kannte ich bereits.

[...]

Vielleicht wussten diese Leute auch nicht – oder wollten nicht wissen – dass ich, wenn ich an ihre Türe klopfte, bereits seit fast dreizehn Stunden auf den Beinen war und dass noch knapp vier Stunden Autobahn vor mir lagen? Mit anderen Worten, man behandelte mich wie einen Aussätzigen, vor allem aber Connys Mutter. Das war auch im Hinblick auf Katjas Psyche ein schlechtes Signal. [...] An solchen Wochenenden war es dann oft längst dunkel, wenn ich mit Katja zuhause ankam. Katja schlief meist bereits im Auto. Daheim hingegen waren stets alle noch wach, man wollte Katja begrüßen und umarmen. Hier hatten uns die Herzlichkeit und die Gefühle endlich wieder!
All dies hieß leider auch, dass die Zeit mit Katja immer eine sehr begrenzte war. Der Freitag hatte sich schon erledigt, samstags musste ich arbeiten, und wenn nicht, schliefen wir bis 9 Uhr und effektiv blieben uns nur Samstagmorgen bis Sonntagmittag, weil Conny darauf bestand, dass ich Katja immer spätestens bis gegen 18 Uhr zurückbrachte.
Por favor!

Autor: Thomas Gast

Rubrik: Thematische Biografie

ISBN: 978-3-943288-07-0

Einband: Softcover

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 137

Auflage: 1. Aufl. 10/2012

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